Vor nunmehr zehn Jahren gab es die erste Ökumenische Gemeindefahrt unserer Kirchengemeinde Regen-Bodenmais, und wenn es auch, Corona bedingt, erst die neunte Reise dieser Art war, hat sie sich inzwischen als fester Bestandteil des Jahresprogrammes etabliert. „Zurück zu den Wurzeln“ passt in zweierlei Hinsicht zur diesjährigen Ausflugsfahrt, denn zum einen hatte man als Unterkunft jenes Hotel zu Wiesenbronn gewählt, welches schon bei der ersten Reise als Quartier diente, zum anderen gab es immer wieder Berührungspunkte mit den fränkischen Wurzeln des Organisators und Reiseleiters Pfarrer Matthias Schricker und dessen Frau Daniela, die gewohnt umsichtig ihrem Gatten assistierte.
Burghaslach, die erste Reisestation, war nicht nur eine ehemalige Wirkungsstätte unseres Pfarrers Schricker und auch die ursprüngliche Heimat seiner Ehefrau, sondern besitzt auch einen mit sehr viel Liebe und Geschick errichteten Bibelgarten, also eine Anlage, in der man Pflanzen findet, die in der Bibel vorkommen, und das sind immerhin weit über fünfzig Arten. Eine deftige fränkische Brotzeit, köstliches fränkisches Bier und eine launige Führung durch den Seniorchef gab es dann im Anschluss in der Braumanufaktur Hertl zu Schlüsselfeld, der kleinsten ihrer Art Frankens, ehe man mit einer Andacht in der schön gelegenen Kapelle zu Hohn am Berg das Tagesprogramm abrundete.
Der Wein dominierte zunächst das Programm des zweiten Tages, und dazu hatte sich der Veranstalter eine ausgewiesene Expertin, vielen Teilnehmern aus vergangenen Reisen bereits bekannt, ausgewählt: Die „Madda“, eigentlich Martha Gehring, Weindozentin und ein Urgestein der fränkischen Weinbaukunst, führte mit viel Sachkenntnis und mindestens ebenso viel Humor nach einer Busfahrt um die fränkische Weininsel an der Mainschleife die Gruppe durch den Weinberg, und selbstredend gab es neben einer deftigen Brotzeit auch verschiedene Weine zu probieren, und natürlich nutzte ein Großteil der Gäste die Gelegenheit, sich mit diesen Köstlichkeiten einzudecken. Über die wechselvolle Geschichte Prichsenstadts erfuhr man anschließend viel Interessantes bei einer Führung durch diesen Ort, der unter anderem mit schön gestalteten Fachwerkhäusern aufwarten kann.
Ganz im Zeichen der ehemaligen Industriestadt Schweinfurt stand der dritte Reisetag. Nach einer Führung durch den Ortskern, bei der man unter anderem von schweren Zerstörungen während des zweiten Weltkriegs erfuhr – das Los vieler Industriestädte in diesen Tagen – gab es am Nachmittag einen Besuch des Museums Georg Schäfer. Jener Georg Schäfer war ein Industrieller, der einen Teil seines Vermögens dazu verwendete, um Werke bekannter Maler zu sammeln, zum Beispiel gibt es dort die größte Spitzweg Gemäldesammlung der Welt, Bilder von Caspar David Friedrich und vielen anderen zu bestaunen, und als besonderes Schmankerl findet dort gerade eine Sonderausstellung über Albrecht Dürer statt.
Der bunte Abend im Hotel, der den Tag abrundete, ist längst fester Bestandteil der „Schrickerreisen“, dabei bringen sich die Fahrtteilnehmer mit kleinen Sketchen, lustigen Vorträgen etc. ein, sichtbares Zeichen der positiven Stimmung und guten Laune der Reisegruppe.
Bei der Heimfahrt am nächsten Tag machte man einen Zwischenstopp in Markt Taschendorf, auch ein Ort, zu dem es enge Verbindungen seitens der Pfarrersfamilie gibt. Pfarrer Schricker zelebrierte zunächst den Sonntagsgottesdienst in der örtlichen Kirche, und nach dem gemeinsamen Mittagessen gab es noch eine äußerst interessante Führung durch eine beeindruckende Christbaumanlage, wo man sehr viel Interessantes über den Arbeitsaufwand, die Widrigkeiten, mit denen man es zu tun hat, aber auch über viel Herzblut und den Stolz auf das Geschaffene, erfuhr.
Bei einem kurzen Zwischenstopp in der Schlosstaverne zu Offenberg gab es für die Teilnehmer noch Gelegenheit für einen kleinen Imbiss, ehe man dann endgültig den Heimweg antrat. Und – zu Hause angekommen – konnte man nicht nur auf neue, interessante Erfahrungen zurückschauen, sondern auch auf ein paar Tage mit guten Begegnungen und Gesprächen untereinander, und so blickt man jetzt schon mit Vorfreude wieder auf die nächste Gemeindefahrt im kommenden Jahr.
Bilder folgen
Text: Christian Koller