Am Freitagnachmittag wurden die Besucherinnen und Besucher in unserem Gemeinderaum auf eine Erlebnisreise mit allen Sinnen nach Tansania mitgenommen. Genauer gesagt führte die Reise nach Mafinga, einem Ort im südlichen Landesinneren des ostafrikanischen Landes.
Kathrin Ertl berichtete anhand zahlreicher Bilder eindrucksvoll von ihren Besuchen vor Ort. Fernab touristischer Regionen kämpfen viele Menschen dort täglich um das Nötigste: sauberes Wasser, ausreichende Nahrung und Zugang zu Bildung. Die Armut und die schwierigen Lebensbedingungen wurden durch die persönlichen Erzählungen und Fotos spürbar und greifbar.
Gleichzeitig stellte sie zwei Einrichtungen vor, die Hoffnung schenken: ein Waisenhaus und eine Berufsschule, die von der evangelisch-lutherischen Kirche Tansanias getragen werden. Im Waisenhaus finden Kinder ein Zuhause, die oftmals nicht mehr in ihre Familien zurückkehren können. Trotz großer Armut begegnete Kathrin Ertl dort viel Lebensfreude. Besonders bewegend war ihre Schilderung von Kuscheltieren, die ihre Familie für die rund 20 Kinder mitgebracht hatte. Während manche die unbekannten Stofftiere zunächst vorsichtig betrachteten, schlossen andere sie sofort begeistert in die Arme.
Auch die angeschlossene Berufsschule beeindruckte die Besucher. Dort werden unter schwierigsten Bedingungen unter anderem Handwerker, Sekretärinnen und IT-Fachkräfte ausgebildet. Oft fehlt es an Strom, modernen Arbeitsmitteln oder ausreichend Unterrichtsmaterial. Dennoch eröffnet die Schule vielen jungen Menschen die Chance auf eine bessere Zukunft.
Kathrin Ertl besucht Mafinga bereits seit mehreren Jahren regelmäßig und begleitet die Einrichtungen eng. Sie betonte, dass Spendengelder zuverlässig und transparent verwendet werden und die Menschen vor Ort dafür sehr dankbar sind. Unsere Kirchengemeinde unterstützt die Arbeit deshalb zukünftig durch Sammlungen und Spenden, die gebündelt und ohne Abzüge weitergeleitet werden. Den Abschluss der Präsentation bildete das gemeinsame Singen des Liedes „Asante sana Yesu“ („Vielen Dank, Jesus“) in der Landessprache Suaheli. Musikalisch unterstützt wurden die Gäste dabei von Heidi und David Lorenz mit Gesang und Cajón und es vermittelte noch einmal ein Stück der lebendigen Glaubens- und Musikkultur Tansanias.
Doch der Abend bot weit mehr als Informationen. Kathrin Ertl hatte Tee aus Mafinga mitgebracht, den sie bei ihrem letzten Besuch geschenkt bekommen hatte. Nach dem Vortrag waren die Gäste eingeladen, eine von ihr selbst gekochte tansanische Linsensuppe mit Fladenbrot zu probieren. Als Nachtisch gab es liebevoll mit Segenssprüchen versehene Bananen. Für die Erfrischung sorgte Tochter Elsa, die eigens für die Gäste selbstgemachte Limonade vorbereitet hatte.
Passend zum Motto „Mit allen Sinnen“ erwartete die Besucher zudem ein buntes Begleitprogramm, das zusammen mit Christiane Lorenz vorbereitet wurde. Gemeinsam wurden Elefantenbilder gestaltet, die Mähne eines Löwen mit Handabdrücken vervollständigt und von den jüngsten Gästen eigene Traumlöwen entworfen. Eine gemütliche Leseecke mit Bildbänden, Reiseführern und Kinderbüchern rund um Afrika lud zum Stöbern und Verweilen ein.
Kathrin Ertl und ihr Mann trugen an diesem Abend die traditionelle Kleidung, die ihnen bei ihren Besuchen in Mafinga aus Dankbarkeit geschenkt worden war. Stolz und zugleich demütig verstanden sie diese als sichtbares Zeichen der Verbundenheit mit den Menschen vor Ort. Dabei unterstützte ihr Mann sie nicht nur während des Vortrags, sondern auch bereits bei den Vorbereitungen, der Reise nach Tansania sowie bei der Gestaltung und Durchführung des Mafinga-Abends.
Die farbenfroh geschmückte Kirche und der Gemeinderaum boten den passenden Rahmen für einen rundum gelungenen Abend. Das Publikum war bunt gemischt – von Jung bis Alt – und erlebte einen informativen, berührenden und zugleich fröhlichen Gemeinschaftsabend, der Tansania auf eindrucksvolle Weise näherbrachte.
Sie möchten unser Projekt "Hoffnung für Mafinga" gerne unterstützen? Hier gibt es nähere Infos dazu: Hoffnung für Mafinga | Evangelische Kirchengemeinde Regen-Bodenmais
Fotos: Kathrin Ertl/ Matthias Schricker/ Christiane Lorenz