Gemeindeleben

Gemeindefahrt nach Franken

Nunmehr bereits zum siebten Mal hatte Pfarrer Matthias Schricker gerufen – und an die 30 „Schäflein“, evangelische und katholische bunt gemischt – folgten ihm bei der diesjährigen Gemeindefahrt, die heuer schwerpunktmäßig den unterfränkischen Teil des nördlichen Bayerns zum Ziel hatte. Und wie bei allen bisherigen Fahrten verstand es der Reiseleiter auch dieses Mal wieder sehr viel Informatives und Spirituelles zu verbinden und – ein wesentliches Merkmal von „Schrickerreisen“ – es wurde penibel darauf geachtet, dass jene fränkischen Elemente, die Leib und Seele zusammenhalten, nicht zu kurz kamen.

Gleich die erste Station war „eine Tankstelle für die Seele“, die Autobahnkirche Geiselwind, eine privat initiierte Einrichtung der dort ansässigen Unternehmerfamilie Strohhofer. Und nach einem kurzen, sehr engagierten Einblick in die Entstehung und Nutzung dieses Gotteshauses, vorgetragen von der Juniorchefin Manuela Strohhofer,  lud Pfarrer Schricker die Reisegruppe zu einer besinnlichen Andacht ein. Und von der Kirche ging es dann direkt ins Kloster, nämlich in die Benediktiner Abtei Münsterschwarzach, bekanntester der derzeit ca. 80 Mönche dürfte wohl Anselm Grün sein. Beeindruckend, wie es die Insassen geschafft haben, den Betrieb möglichst autark zu machen, angefangen von der Lebensmittel- bis zur Energieversorgung. Vorher gab es noch einen Halt in Burghaslach, der Heimat der Pfarrersgattin und Reisebegleiterin Daniela Schricker, wo man vom hiesigen Bürgermeister empfangen wurde und in der Mittagspause mit echt fränkischen Bratwürsten versorgt wurde.

Anderntags ging es dann nach Wertheim, dort wo Tauber und Main zusammenfließen. Bei einer Stadtführung erfuhr man sehr viel über die wechselvolle Vergangenheit dieses Ortes, und – wie vor allem die Tauber immer wieder gewaltige Überschwemmungen verursacht hatte. Anschließend konnte man sich bei einer Schifffahrt auf dem Main entspannen, bevor eine weitere Besichtigung angesagt war: Die Wehrkirche Urphar, die vor allem durch die freigelegten Fresken und dem Gemeindegestühl, beides aus dem 13. Jahrhundert beeindruckte, sowie das Altarkreuz aus dem 14. Jahrhundert, das einen „lächelnden Christus“ darstellt. Und am Abend gab es im Hotel Anker zu Marktheidenfeld, wo man hervorragend untergebracht war,  im 400-jährigen Holzfasskeller eine Weinprobe mit Winzerbrotzeit, und viele der Gäste nutzten diese Gelegenheit sich mit der einen oder anderen der fünf angebotenen Sorten einzudecken.

Die unterfränkische Metropole Würzburg war das Ziel der Reisegruppe am nächsten Tag, zunächst ging es zu Fuß von der berühmten Residenz in die Innenstadt bis zur alten Mainbrücke mit der Statue des heiligen Kilian, dem Schutzpatron der Franken – und wie bei allen Besichtigungen dieser Reise – unter äußerst kompetenter Führung. Und dann ging es per Bus nach Randesacker zu einem Weinberg, an dessen Fuße man sich bei einer weiteren Verkostung die köstlichen Frankenweine schmecken ließ.

Ein bunter Abend - längst  fester Bestandteil bei Gemeindefahrten - an dem sich viele aus der Reisegruppe mit Einlagen, Spielen… einbrachten, sorgte für einen heiteren Abschluss des vorletzten Reisetages.

Und wie es sich für eine christliche Reisegruppe gehört, besuchte man, bevor man die Heimreise antrat, den Sonntagsgottesdienst in der Friedenskirche zu Marktheidenfeld, der sehr eindrucksvoll von einer zufällig anwesenden Posaunengruppe aus Berlin musikalisch mitgestaltet wurde.

Eine launige Führung durch den Hausherren der Burg Gamburg im Taubertal war dann der letzte Programmpunkt. Diese Burg befindet sich in Privatbesitz und stellt für den Eigner wohl eine Art „fressendes Haus“ dar. Und dann machte sich der Bus, gefüllt mit 30 zufriedenen Reisenden und etlichen fränkischen Wein-und Wurstspezialitäten endgültig auf den Weg zurück in den Bayerwald.