Zu einem besonderen Kaffeenachmittag hatte die Evangelische Kirchengemeinde Regen-Bodenmais beim Treffen im Juni eingeladen. Unter dem Thema „Der Böhmerwald – zwischen Tradition und Erinnerung“ nahm Referentin Rita Bergbauer die zahlreichen Besucherinnen und Besucher mit auf eine eindrucksvolle Reise in die Heimat ihres Vaters.
Anhand eines abwechslungsreichen Bildervortrags erzählte sie mit viel Herzblut und großer Sachkenntnis von den landschaftlichen Schönheiten, der bewegten Geschichte und den kulturellen Besonderheiten des Böhmerwaldes. Im Mittelpunkt standen dabei die Regionen Bergreichenstein, Hartmanitz und Gutwasser sowie die Karlsburg und die Wallfahrtskirche St. Maurenzen in Annin.
Zu Beginn ihres Vortrags gab Rita Bergbauer einen geschichtlichen Überblick über die Entwicklung der Region. Dabei ging sie unter anderem auf die bedeutenden Goldvorkommen ein, die den Böhmerwald über Jahrhunderte prägten. Ebenso bewegend waren ihre Ausführungen über die Zeit vor und nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Gebiet lag damals im beziehungsweise hinter dem Sperrgebiet entlang des Eisernen Vorhangs, was das Leben der Menschen nachhaltig beeinflusste.
Besonders eindrucksvoll waren die Bilder aus St. Maurenzen. Anhand historischer Aufnahmen dokumentierte die Referentin die Plünderungen und Zerstörungen nach dem Krieg, zeigte aber zugleich den mühevollen Wiederaufbau der bedeutenden Wallfahrtsstätte. Auch das Schicksal des einstigen Dorfes Hurka im damaligen Hurkental bewegte die Zuhörer. Von der früher stattlichen Dorfgemeinschaft sind heute nur noch die Grundmauern der Kirche erhalten. Als stumme Zeugen einer vergangenen Zeit erinnern zudem die Krypta der bedeutenden Glasmacherfamilien Abele und Hafenbrädl sowie wenige Überreste an das einst blühende Leben in diesem Ort.
Mit beeindruckenden Bildern zeigte Rita Bergbauer die Schönheit der Natur, die reizvolle Landschaft des Böhmerwaldes und seine touristische Bedeutung – sowohl in früheren Zeiten als auch heute. Die interessanten Informationen, geschichtlichen Hintergründe und persönlichen Erinnerungen ließen die Zeit wie im Flug vergehen und fanden bei den Gästen großen Anklang.
Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt. Conny Abel und Sigrid Schmerbeck hatten eine große Auswahl an köstlichen Kuchen vorbereitet und kümmerten sich zudem um die Bewirtung mit Kaffee. Damit trugen sie wesentlich zum Gelingen des Nachmittags bei.
Der Gemeinderaum war sehr gut gefüllt, was das große Interesse an diesem Thema unterstrich. Die Besucherinnen und Besucher erlebten einen rundum gelungenen Nachmittag mit einer kompetenten und engagierten Referentin, die ihre Verbundenheit zum Böhmerwald auf eindrucksvolle Weise vermittelte und die Erinnerungen an eine geschichtsträchtige Region lebendig werden ließ.